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Das öffentliche Leben von 1949 - 1989
 
 

Mellenbach ist der größte Ort im mittleren Schwarzatal und war früher in jeder Beziehung weitgehend selbständig. So war es auch völlig normal, dass der Ort ein eigenes Gemeindeamt hatte, und der Bürgermeister auch als Standesbeamter tätig war.

Die Kirche gehörte zum Dorf, und selbst zu DDR-Zeiten, wo sie keine große Rolle spielte, gab es immer einen eigenen Ortspfarrer. Alle notwendigen Institutionen des öffentlichen Lebens waren im Ort ansässig. Aber von außerordentlicher Bedeutung waren die Industrie und das Handwerk.

Mellenbach war im 20. Jahrhundert und auch schon lange davor, ein reiner Handwerker - und Industrieort. Das begann im Jahre 1835, als die Firma Johannes Michael Krannich gegründet wurde. Aus Sägewerken und anfänglich vielen Heimarbeitern entstand schließlich der erste Industriebetrieb in Mellenbach, in dem auch die erste Dampfmaschine und das erste Wasserkraftwerk im Jahre 1888 zur Stromerzeugung errichtet wurde Im Jahre 1900 folgten dann die Betriebe Oskar Heinze jun., Bornkessel-Brenner und Rudolf Schierer. 1910 entstand das erste Elektrizitätswerk zur Stromversorgung der Bevölkerung. In den Folgejahren kamen dann noch eine Glashütte und mehrere Glas verarbeitende Betriebe dazu. Schließlich entwickelte sich in den Jahren nach 1956 der größte Betrieb in Mellenbach, der VEB Messtechnik. Aus einem kleinen elektrotechnischen Betrieb und der Fusion mit der Firma Bornkessel-Brenner im Zirkel entstand das Unternehmen, welches heute noch unter der Firmierung MTM-Power Messtechnik Mellenbach GmbH läuft, so dass vor allem in der DDR-Zeit eine Vollbeschäftigung garantiert war. Fast alle Männer und die meisten Frauen waren in den Betrieben, in den Gaststätten oder als Heimarbeiter von den Betrieben beschäftigt.
Die Landwirtschaft spielte in Mellenbach fast nur als Nebenerwerb eine Rolle. Viele Einwohner hielten Ziegen oder Schweine und bestellten die oft sehr steilen Felder mit Kartoffeln und Rüben oder Getreide vorwiegend als Viehfutter. Nur in den Nachkriegsjahren, bis etwa Ende der fünfziger Jahre wurde jede Fläche intensiv genutzt. Wirklich gute Felder gab es aber nur auf der Curau, alles andere waren steile Äcker und Wiesen.

Eine große Rolle spielte etwa ab 1950 wieder der Tourismus. 1949 war in der Finkenmühle das erste Ferienheim der Gewerkschaft der DDR eröffnet worden. Von da an versorgte der Feriendienst der Gewerkschaft aber auch das Reisebüro der DDR Mellenbach – Glasbach im Sommer und im Winter mit Feriengästen. Die Gäste waren vorwiegend in Privatquartieren untergebracht und wurden in fast allen Gaststätten zu den Mahlzeiten versorgt.

Ein Urlaubsdurchgang dauerte immer zwei Wochen und kostete, je nach Einkommen zwischen 30 und 50 Mark je Person, die wahren Kosten wurden subventioniert. Wer es in Mellenbach ermöglichen konnte, schaffte Zimmer und sanitäre Einrichtungen für Urlauber, da der Feriendienst von staatlicher Seite sehr gefördert wurde. Für die Vermieter brachte das bis 1975 jeweils 5 Mark pro Bett, danach stieg dieser Betrag je nach Zimmerausstattung bis auf 10 Mark, also ein sehr gutes Geschäft.

In Mellenbach waren pro Durchgang 200 bis 250 Urlauber im Ort. Das forderte und förderte natürlich auch die gesamte Infrastruktur. Nicht nur die Gaststätten waren voll, auch die Wanderwege wurden begangen und gepflegt. Das Schwimmbad war ständig gut besucht, dazu kamen aber auch die vielen Kinder, die in Ferienlagern in Mellenbach und im näheren Umfeld ihre Ferien verbrachten.

Neben den vielen Gaststätten hatte Mellenbach auch sehr viele Geschäfte, die sich zum großen Teil bis zur Wende gehalten hatten. Man kaufte dort ein, wo man wohnte, und für den täglichen Bedarf funktionierte das auch, denn wer hatte schließlich bis zum Ende der sechziger Jahre ein Auto und wo gab es einen Supermarkt? Trotzdem wurden Garderobeneinkäufe gern in Rudolstadt, Saalfeld oder Ilmenau erledigt. Bus- und Eisenbahnverbindungen funktionierten gut und waren sehr billig (8 Pfennig pro km). Die Autosituation verbesserte sich in Mellenbach erst in den siebziger Jahren, und zur Wendezeit konnte man sagen, dass fast in jedem Haus ein Auto vorhanden war. Diese zunehmende Beweglichkeit der Bevölkerung wirkte sich auch schon vor der Wende auf die Anzahl der Geschäfte aus, sie verringerten sich, wie sich auch das Angebot erheblich verschlechterte. In den Städten wurden so genannte „Delikat“ -und „Exquisit“- Geschäfte eröffnet, die zu extremen Preisen sogar „Westprodukte“ im Angebot hatten.

Nach der Wende gab es in Mellenbach alles, nur kaum noch Geschäfte oder Betriebe. Im Jahr 2010 existieren lediglich noch ein Lebensmittelgeschäft mit Fleischstand, zwei Blumengeschäfte und zwei Elektrogeschäfte. Von den größeren Betrieben gibt es noch die Messtechnik und die Firma Oskar Heinze jun. Von den alteingesessenen Handwerkern existiert nur noch die Firma Lück.
Zu den wenigen neu gegründeten Kleinbetrieben bzw. selbstständigen Unternehmen gehören:

Mellenbacher Geschäfte von 1949 bis 1989

Nicht alle hier aufgeführten Geschäfte existierten bis zur Wende, einige sind aus Altersgründen bereits vorher geschlossen worden oder wurden wegen zu geringem Umsatz aufgegeben, beispielsweise die HO und der Fleischladen in der Blumenau.

Gaststätten


Betriebe


Handwerk


Sonstige öffentliche Einrichtungen in Mellenbach


Kulturelles und sportliches Leben


20. Mai 2011 Wolfgang Lödel

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