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Das Ehrenmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Mellenbach-Glasbach wird 85
 
 

Ein Ehrenmal für die Gefallenen des ersten Weltkrieges (1914 – 1918) – ein relativ kleines, aus Beton und Stein errichtetes Mahnmal wurde einige Jahre nach dem Ende des Krieges auch in unserem Heimatort errichtet. Eine Treppe mit 11 Stufen führt von dem Fußweg, den so mancher Einwohner oder Gast ganz gern zum Spazierengehen nutzt, hinauf zum Denkmal, das uns bis heute an die im ersten Weltkrieg gefallenen und vermissten Bürger unseres Ortes erinnert und zum Frieden mahnt


Das Denkmal in Form eines Tryptichons – einer dreigeteilten Relieftafel – besteht aus einem größeren Mittelteil und zwei schmalen Seitenflügeln. Jedoch sind nur noch die mittlere und die rechte Tafel vollständig erhalten geblieben.
Auf dem linken Flügel findet man unterhalb des fehlenden Reliefs die Zeitangabe seiner Errichtung: „Erbaut im Jahre 1926“. Der ehemalige Bürgermeister unseres Ortes, Kurt Winzer (geb. 1919, verst. 2009), erinnerte sich noch 2007 in einem Gespräch, das ich mit ihm führte, genau daran, dass er, als das Denkmal eingeweiht wurde, gerade in die Schule gekommen war und dass sehr viele Einwohner und alle Schulkinder an der Einweihungsfeier teilgenommen hatten.



Die Zuordnung der Namen der gefallenen Ortsbürger zu den ehemals eigenständigen 4 Orten bezieht sich auf die territoriale Struktur unseres Ortes am Ende des 1. Weltkrieges. Erst 1922 schlossen sich diese Ortsteile zur Gemeinde Mellenbach-Glasbach zusammen, die fortan nur von einem Bürgermeister (Schulzen) und dem Gemeinderat geleitet wurde.


Die größere Mitteltafel trägt neben dem Kreuz, in das die Jahreszahlen 1914 –1918 eingelassen sind, die Inschrift: „Unseren Helden“ und darunter – farblich unterlegt - die Aufzählung der Namen und Todesdaten der 72 gefallenen Bürger aus allen vier Ortsteilen. Darunter findet man viele Nachnamen, die wir auch heute noch in unserem Ort wiederfinden: Möller, Henkel, Bock, Heinze, Gebhardt, Voigt, Obstfelder, Rosenbaum, Wachsmuth und andere. Jede Familie hat ihre Geschichte, und so manche ist mit dem Schicksal der aus Mellenbach, Glasbach, Blumenau und Obstfelderschmiede stammenden Gefallenen des 1. Weltkrieges verbunden.
Auf dem rechten, kleineren Flügel ist eine stehende Mutter zu sehen, die ihre Hände schützend über ihren kleinen Sohn hält – ein Symbol, das in der Entstehungszeit des Denkmals von vielen Bildhauern und Malern als Motiv ihrer Werke gewählt wurde.
Vor dem Mittelteil des Tryptichons liegt ein in Stein gehauener Stahlhelm auf einem in den Boden eingelassenen Steinquader – Symbol der einstigen Frontsoldaten und Hinweis auf die Initiatoren des Denkmalbaus. Ursprünglich umrahmten noch vier Steinpfeiler, die durch Ketten miteinander verbunden waren, das gesamte Denkmal. Heute sind diese jedoch nicht mehr vorhanden.


Seit dem Ende des 1. Weltkrieges ist fast ein ganzes Jahrhundert vergangen, neue Staatsformen entstanden, die Weimarer Republik (1919 – 1933) und das Dritte Reich (1933 – 1945) entstanden und gingen unter. Der 2. Weltkrieg (1939 – 1945) brachte erneut unsägliches Leid über die Völker Europas und auch über unser Volk, das sich nach 40 Jahren Teilung und einem Leben in konträren politischen Strukturen und Gesellschaftssystemen gegenwärtig wieder zu finden sucht.


Das Denkmal aber, das fast unscheinbar unter Bäumen und umrahmt von Sträuchern und Büschen am Rande des Weges am Fuße des Wehfuß - Berges steht, hat alle politischen Zeiten überdauert und bietet seit nunmehr 85 Jahren dem geneigten Betrachter Gelegenheit, den aktiven Dialog mit der Geschichte zu suchen, sich zu erinnern und nicht zuletzt, um dem Frieden eine Chance zu geben.

Ingrid Müller, März 2011

(c) Gemeinde Mellenbach-Glasbach 2009 - 2016