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Zur Geschichte des Handelsweges durch Mellenbach
 
 
Die großen Rodungen im Thüringer Wald im 12. und 13. Jh. führten zur Ansiedlung vieler Menschen in den einstigen unwegsamen Waldgebieten. Neue Siedlungsorte entstanden, so auch Mellenbach, das 1315 als melnbach erstmals geschichtliche Erwähnung findet. Zur gleichen Zeit etwa entstehen auch die Nachbarorte Lichtenhain, Sitzendorf, Schwarzburg usw. Größere Städte, wie Erfurt, Saalfeld und Rudolstadt, hatten zu diesem Zeitpunkt schon eine Jahrhunderte lange Entwicklung hinter sich, sodass deren zunehmende wirtschaftliche Bedeutung sicher auch Ausgangspunkt der Besiedlung der sie umgebenden Waldgebiete war. 
 
Das rasche zahlenmäßige Anwachsen der Bevölkerung und die sich daraus ergebende Notwendigkeit, neue Arbeits- und Ernährungsquellen zu erschließen, trieb nicht nur die Entwicklung der Land- und Holzwirtschaft voran, sondern machte auch die Entwicklung einer geeigneten Infrastruktur notwendig. Dazu gehörte vor allem ein Wegenetz, das die Orte in den Flusstälern mit denen auf der Höhe und mit den Städten darüber hinaus verband. Solche Altstraßen, die im alltäglichen Gebrauch waren, erhielten ihre Bezeichnung meist nach ihrer Verwendung. Die Straße durch unseren Ort gehörte deshalb zur großen Gruppe von Handels- und Heerstraßen, die das gesamte Gebiet des späteren deutschen Staates durchzogen. Sie verband unmittelbar die Nachbrorte im Tal an der Schwarza und die Höhenorte mit der Welt . 
 
Die jeweilige Straße wurde durch die Benennung der wichtigsten Ausgangs- und Zielorte, also der Städte bzw. Marktflecken, die sie miteinander verband, näher charakterisiert. Mellenbach lag somit an der alten Heer- und Handelsstraße Erfurt Nürnberg Venedig. Über diese Verbindung war Mellenbach somit mit den damals größten Handelsstraßen, wie der VIA REGIA (Frankfurt Leipzig), den Salzstraßen (Bayrische, Sächsische, Böhmische Salzstraße u.v.m.) der Hansestraße Hamburg, Bremen Leipzig, Erfurt usw.) oder auch mit den vielen Poststraßen verbunden.
 

Der Zustand der Straßen erinnerte lange Zeit eher an Feldwege, sie waren allesamt unbefestigt. Oft gab es deshalb Rad- und Achsenbrüche an den Fuhrwerken. Gemäß dem damaligen Gewohnheitsrecht wurden alle Güter, die zu Boden fielen, Eigentum des jeweiligen Grundherren. Rad- und Achsenbrüche waren für sie somit für sie eine gute Einnahmequelle. Die Fuhrleute hatten daher stets Ersatzräder und -achsen dabei. Am Unterhalt oder gar Ausbau der Wege

hatte niemand Interesse. Erst ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurden die Straßen von Seiten des Staates geplant und auch befestigt. Diese Kunststraßen (Chaussee = veraltete Bezeichnung für Landstraße) konnten leichter für den Fernverkehr genutzt werden. Damit verloren die alten Handelswege rasch an Bedeutung und wurden nicht mehr genutzt. Dieses Schicksal ereilte auch den Handelsweg , der durch Mellenbach führte.


Dennoch weisen auch in der Gegenwart noch bestimmte Fakten darauf hin, dass Mellenbach mit seinem alten Handelsweg im Netz der Handelsstraßen eine nicht geringe Rolle spielte.

Hier gab es neben dem Kloster auch den Katharinenbrunnen, der lange Zeit ein beliebter Wallfahrtsort auf dem Weg nach Vierzehnheiligen war. Viele Menschen pilgerten, unter anderem aus Erfurt und noch weiter herkommend, auf diesem Handelsweg.
Für sie und die wachsende Zahl von Fuhrleuten spielten auch Einrichtungen, wie Ausspannen und Gasthöfe (Einkehrmöglichkeiten), eine bedeutende Rolle. Sie boten sichere Übernachtungsmöglichkeiten, die Versorgung mit Speisen und Getränken, kurze Erholung von Strapazen und Möglichkeiten, die Zug- und Reittiere konnten ausgewechselt und gefüttert werden. Die „Kehre“, die sich in Mellenbach in unmittelbarer Nähe zum Kloster befand, war mit Sicherheit eine solche Einrichtung, die von den Fuhrleuten und Transporteuren genutzt wurde, bevor sie den steilen Aufstieg nach Lichtenhain nahmen, um dann weiter auf dem Weg nach Cursdorf, den Alten Postweg nach Neuhaus/Rwg. und den Rennweg entlang in Richtung Coburg – Nürnberg zu ziehen.
In unmittelbarer Nähe des Steinbruchs, am heutigen Schießstand vorbei in Richtung Lichtenhain, führt heute noch ein Hohlweg – abschnittsweise in fast ursprünglicher Form, der mit großer Wahrscheinlichkeit noch ein Überrest des früheren alten Handelsweges ist. Solche Hohlwege entstanden meist durch die Jahrhunderte lange Nutzung mit Fuhrwerken und Vieh sowie durch abfließendes Regenwasser in das umgebende Gelände.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass es heute in Mellenbach nur noch Relikte des alten Handelsweges gibt., was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass er durch den Bau der befestigten Schwarzatalstraße im 18. Jh. (die geradliniger verlief und vor allem tiefenbefestigt und mit einer Sand-Kiesdecke versehen war) zunehmend an Bedeutung verlor. Außerdem wurden durch die Erschließung des Steinbruchs und dessen wirtschaftliche Nutzung im vergangenen Jahrhundert große Teile des alten Handelsweges zerstört oder unwegsam gemacht. So wurde er dem allmählichen Verfall preisgegeben.

(c) Gemeinde Mellenbach-Glasbach 2009 - 2016